Oldie-Luftbilder von Weißenfels
Am 29. Juni 1911 wurde über Weißenfels die erste Flugmaschine gesichtet - so steht es jedenfalls in der Chronik von Weißenfels. Ob schon beim ersten Überflug "photographische Aufnahmen" gemacht wurden, ist uns nicht bekannt. Das folgende Bild aus der Sammlung des Museums Neu-Augustusburg dürfte auch etwas später entstanden sein:
(Das zweite Bild zeigt einen Ausschnitt vom ersten.)
Dieses Luftbild zeigt eindrucksvoll den geschlossenen historischen Stadtkern von Weißenfels und die sich noch etwas zaghaft ausbreitenden neuen Wohn- und Industriegebiete.
Auf der rechten Saaleseite hat die "Gründerzeit" schon prägend Fuß gefasst. Ein hoher, rauchender Schornstein setzt das deutlichste Zeichen. Heute weiß man, da kommt noch viel mehr.
Im Vordergrund, der Klemmberg, hat schon seinen stolzen Bismarckturm und noch sehr aufgeräumt wirkende Parkanlagen. (www.klemmberg-park-weissenfels.de)
Das Villenviertel ist erst zur Hälfte bebaut.
Übrigens: Wie es zum Begriff "Klemmberg" kam, können Sie hier nachlesen - Seite 19, unten, in Friedrich Gerhardts "Die Geschichte der Stadt Weißenfels a. S."
Im Bild-Hintergrund ist die Streckenführung der Bahn nach Zeitz erkennbar (Zeitzer Bogen). Das davon eingeschlossene Gebiet ist heute vollständig bebaut (Weißenfels West). Auf dem Foto liegt die Bebauungsgrenze am heutigen Kirschweg.
Bild oben: Der vergrößerte Ausschnitt bringt einige interessante Einzelheiten zum Vorschein. Da ist z.B. der hohe, spitze Turmaufbau auf der Bergschule, oder der große Baum, der mitten im Schlosshof Wurzeln geschlagen hat.
Aber noch viel deutlicher ist das klotzige Gebäude im Vordergrund. Es ist die ehemalige Reithalle, gebaut zu Zeiten der Herzöge. Selbst die berühmte Reithalle der Wiener Hofreitschule wurde mit diesem Bauwerk an Größe übertroffen.
Doch lange währte die ursprüngliche Nutzung nicht. Nach dem Aussterben der Linie Sachsen-Weißenfels wurde das riesige Gebäude in ein Lagerhaus - ein Magazin umgebaut. Noch heute hält sich unter den Einheimischen der Ortsbegriff "am Magazin", auch wenn es das Magazin gar nicht mehr gibt. Am Ende des zweiten Weltkrieges brannte es nieder und verschwand aus dem Stadtbild.
(Ein modernes Luftbild aus ähnlicher Blickrichtung können Sie hier ansehen.)
Das Bild oben enstammt der Sammlung Degenkolb. Es zeigt einen Teil vom heutigen Weißenfels West. Die rechte, schräg verlaufende Straße, bildete zum Aufnahmezeitpunkt die Bebauungsgrenze - es ist (wieder) der Kirschweg.
Gut zu erkennen die Moritz-Hill-Straße. Wenn auch damals noch ohne die außergewöhnliche dreireihige Alleenbepflanzung. Im linken oberen Eck das noch nicht vollständig bebaute Dreieck Lutherstraße - Gustav-Adolf-Straße - Ferberstraße. Die Lutherkirche fehlt noch ganz.
Genau so wie das Krankenhaus. Am rechten oberen Bildrand (Naumburger Straße) ist der große Krankenhausbau noch nicht einmal erahnbar.
Im Bild unten sehen Sie die Luftbildansicht von 2008 aus einer ähnlichen Perspektive.